Vorwort
Wir sind über den Berg ...
Was er nicht alles war, unser preußischer König Friedrich: der Zweite, der Große, der Alte, und jetzt, zu seinem 300. Geburtstag, ist er geradezu allgegenwärtig - auf den Titelseiten der großen Blätter, in den Schaufenstern der Buchhandlungen, in Sonderausstellungen und TV-Dokumentationen und nun auch noch bei der Langen Nacht der Museen. Mit gutem Grund, wie wir finden. Denn Friedrich II. hat wie kaum eine andere Persönlichkeit das kulturelle Selbstverständnis der Berliner und Brandenburger geprägt und seine Spuren in den Beständen etlicher Museen und Sammlungen hinterlassen. Rund siebzig Häuser nehmen an dieser 30. Langen Nacht teil, und viele von ihnen werden mit musikalisch-literarischen Programmen oder speziellen Führungen an diesen ungewöhnlichen Monarchen und an seine Vereinnahmung durch die unterschiedlichsten politischen Strömungen erinnern. Aber auch außerhalb der Museen hält der König Hof. Unter den Linden, an dem berühmten Reiterstandbild, wird es Großprojektionen mit überlieferten Aussprüchen Friedrichs geben und - wenn das Wetter mitspielt - am Kulturforum sein Haupt als überdimensionale Schneeplastik.
Die Lange Nacht der Museen, eine originäre Berliner Erfindung, gibt es mittlerweile seit 15 Jahren, und in diesem Winter werden wir an irgendeiner der vielen Abendkassen das 1.000.000ste Ticket verkaufen. Ein guter Grund zum Feiern. Und noch eine weitere Besonderheit: All jene Besucher, die immer beklagt haben, dass eine Lange Nacht, die schon um zwei Uhr endet, keine Lange Nacht sei, können diesmal für weitere zwei Stunden in der Lounge des Kulturforums plaudern, an Führungen teilnehmen oder einfach mit einem Glas Sekt die ultimativ Lange Nacht ausklingen lassen.
Insofern ist, nicht ganz unerwartet, auch bei der Museumsnacht vieles in ständiger Bewegung - irgendwie passend dazu dann auch die letzten Worte Friedrichs: »Wir sind über den Berg - es wird uns besser gehen« ...
Wolf Kühnelt

